Die Katakomben von Rom - Eine Einführung
Die römischen Katakomben gehören zu den faszinierendsten und zugleich geheimnisvollsten Orten der frühchristlichen Welt. Es handelt sich um unterirdische Grabstätten, die vor allem zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert n. Chr. genutzt wurden – hauptsächlich von frühen Christen, aber auch von jüdischen Gemeinschaften.
Achtung: Die Untergründe unterhalb des Kolosseum oder die antiken Überreste unterhalb der Basilika San Clemente oder gar diejenigen unterhalb der Piazza Navona sind keine Katakomben, sondern normale Untergründe, antike Ruinen und ganz anders zu erklären!
Was sind die Katakomben und warum hat das Kolosseum keine?

Die Katakomben sind ein riesiges Netzwerk aus Tunneln, das sich über hunderte an Kilometern unter der Stadt erstreckt. In die Wände dieser Gänge wurden Nischen (sog. Loculi) gehauen, in denen die Toten bestattet wurden. Wohlhabendere Familien ließen größere Grabkammern (cubiculae) anlegen, oft mit Wandmalereien geschmückt.
Die vermeintlichen Katakomben unterhalb vom Kolosseum sind baugeschichtlich betrachtet zwar ein Meisterwerk, haben jedoch nichts mit den Begräbnisstätten zu tun.
Das Hypogäum des Kolosseum ist ein Netzwerk an Gängen, Kammern, Rampen und Aufzügen und diente der schnellen Änderung des Bühnenbildes und dem Transport kleinerer Tiere auf den Arenaboden. Heute sind sie zwar zu besichtigen, bieten aber kaum Mehrwert, da man sie perfekt von den oberen Rängen sieht. Denn viel mehr als die Ziegelmauern sind nicht erhalten. Keine nassen Kerker mit Tierskeletten oder dunkle, geheimnisvolle Gänge. Nur Ziegelmauerwerk. Wer mehr über das Kolosseum und seine Untergründe erfahren möchte, sollte einer unserer geführten Touren beiwohnen - dort erklären wir auch solche Dinge.
Bedeutung für das Christentum
Die frühen Christen durften ihre Toten nicht innerhalb der Stadt begraben und wurden zeitweise verfolgt. Deshalb entstanden diese unterirdischen Friedhöfe außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Viele Katakomben wurden später zu Pilgerstätten, da Märtyrer und Heilige dort begraben waren.
Bekannte Beispiele sind:
Katakomben des Heiligen Kallistus – eine der größten und bedeutendsten Anlagen, mit Gräbern früher Päpste
Katakomben des Heiligen Sebastian – hierher soll man zeitweise die Reliquien von Petrus und Paulus gebracht haben
Katakomben der Priscilla – bekannt für besonders gut erhaltene frühchristliche Fresken

Die Gänge sind oft schmal, niedrig und labyrinthisch angelegt – teilweise mehrere Stockwerke tief. Früher wurden sie mit Öllampen beleuchtet. Heute sind nur kleine Teile für Besucher zugänglich, und nur im Rahmen von Führungen. Selbst wir, vom Team der Deutschen Römerin dürfen in den Katakomben nicht führen, denn das ist nur den dort angestellten, internen Guides erlaubt - und ist in der Regel auch auf deutsch möglich.
Einige Katakomben kann man heute besichtigen, meist entlang der alten römischen Straßen Via Appia, denn das bestatten der Toten war zu jener Zeit ausschließlich außerhalb der Stadtmauern erlaubt.
Die Temperatur dort unten ist konstant kühl und die Atmosphäre ziemlich eindrucksvoll – ruhig, dunkel und geschichtsträchtig.
Für einen ersten Besuch der Katakomben empfehlen wir die Katakomben des Heiligen Kallistus. Es ist die größte und sicherlich beeindruckendste Katakombe. Die Kollegen sind sehr gut organisiert und bieten täglich Führungen in deutscher Sprache an, die etwa 45 Minuten lang gehen.
Wie gelange ich zu den Katakomben?
Ihr erreicht die Katakomben am einfachsten mit den Buslinien 118 oder 218 vom Stadtzentrum. Wenn ihr mehr über die Öffentlichen Verkehrsmittel erfahren möchtet, dann empfehlen wir euch unseren Blogbeitrag dazu.
Neben San Callisto, kann man auch die Katakomben vom Heiligen Sebastian, die der Priscilla oder der Domitilla besuchen.
Praktische Tipps für euren ersten Katakombenbesuch
In den Katakomben herrscht konstant eine kühle Atmosphäre von rund 16 Grad. Habt also ein dünnes Jäckchen oder einen Pullover dabei.
Die Schultern müssen in jedem Fall, wie in allen christlich-religiösen Orten bedeckt sein und die Hosen mindestens knielang.
An Montagen sind viele der Katakomben geschlossen.