Fünf römische Snacks

Kulinarisches Rom
Knusprig, cremig, kultig: Typische Snacks im heutigen Rom

 

Rom isst man nicht nur am gedeckten Tisch – man isst die Stadt im Vorbeigehen. Zwischen Espresso an der Bar, einem schnellen Bissen auf der Piazza und dem obligatorischen aperitivo hat sich in der Ewigen Stadt eine Snackkultur etabliert, die tief in der Geschichte verwurzelt und gleichzeitig absolut gegenwärtig ist. Aber fallt bloß nicht auf die auf Social Media Hypes rein - Oft gibt es fantastische Alternativen. 

Diese kleinen Gerichte erzählen von Arbeiterküche, jüdischem Erbe, römischer Kreativität – und vor allem von Genuss ohne Schnickschnack. Wir haben die klassischen 5 in unserem YouTube Video getestet - und was sollen wir sagen: Leeeeecker!

 

Supplì – der römische Klassiker zum Reinbeißen

Kein Snack steht so sehr für Rom wie das Supplì. Die frittierte Reiskrokette, gefüllt mit Tomatensauce, Hackfleisch und einem Kern aus Mozzarella, ist außen goldbraun und innen cremig. Beim Auseinanderziehen zieht der Käse Fäden – deshalb nennt man sie auch supplì al telefono. Heute findet man neben der klassischen Variante auch moderne Versionen mit Cacio e Pepe, Amatriciana oder sogar vegetarisch. Ein perfekter Snack: günstig, sättigend, unfassbar gut.

Der Name stammt mit großer Wahrscheinlichkeit vom französischen „surprise“(dt. Überraschung). Laut verbreiteter Anekdote rief ein Soldat das einst beim Probieren des Reisbällchen aus, als er sich über die Käsefüllung überraschend freute. Die Herkunft stammt laut Aufzeichnungen aus der Zeit als die Araber das Mittelmeer für sich entdeckten und den Reis mitbrachten. Ein „Verwandter“ des Supplì ist der sizilianische Arancino, dessen Herkunft ebenso mit dem Einfall der Araber auf Sizilien zu erklären ist.

Das Supplì findet man heute quasi überall in der Stadt. Unser Tipp

Supplì Roma in der Via di S. Francesco a Ripa 137 im Stadtteil Trastevere


Carciofi alla giudia – knusprige Geschichte

Carciofi alla giudia im sog. Ghetto von Rom

Die Artischocken nach jüdischer Art stammen aus dem römisch-jüdischen Viertel und sind ein kulinarisches Denkmal. Ganze Artischocken werden flach gedrückt und zweimal frittiert, bis sie außen wie eine goldene Blume aufknuspern und innen butterzart bleiben. Ursprünglich ein einfaches Gericht, heute ein gefeierter Snack – besonders im Frühling, wenn Artischockensaison ist. Die Artischocken nach römischer Art, werden in einem Sud aus Wasser und Zitronensaft geköchelt. Der Herstellungsprozess ist ganz anders und daher scheiden sich, wie immer im Leben, die Geschmäcker. 

Unser Tipp: Verbindet den Snack mit einem gemütlichen Spaziergang durch das sog. Ghetto von Rom, dass sich um das Marcellus Theater und der Porta Ottavia herum befindet. Bei unserer Tour vom Kapitol zum Campo de Fiori laufen wir auch ein Stück durch das malerische, aber geschichtsträchtige Viertel.


Pizza al taglio – römischer Alltag auf die Hand

Vergiss runde Pizza – in Rom regiert die Pizza al taglio. Rechteckig, luftig, mit knusprigem Boden und in unzähligen Varianten belegt. Man bestellt nach Gewicht, isst im Stehen oder unterwegs, und die Auswahl reicht von klassisch (Tomate, Mozzarella, Kartoffeln) bis kreativ (Kürbisblüten, Salsiccia, Stracciatella). Sie ist der Inbegriff des römischen Alltagsessens. 

Die Stücken werden von langen „Zungen“ auf Wunschgröße geschnitten. Man zahlt das Pizzastück dann je nach Gewicht und Belag. Die Pizza Margherita ist der Klassiker und gilt als Aushängeschild eines jeden Pizzabäckers. Wenn die Margherita schon gut schmeckt, ist das Versicherung genug, dass auch die anderen Pizzen gut schmecken.

Die Pizza al taglio ist jünger als man sich vorstellen mag. In den 50er Jahren erfunden etablierten sich die geschnittenen Pizzastücken erst in den 80er Jahren.

Unser Tipp: Casa Manco auf dem Testaccio Markt - hier findet ihr eine fantastische Auswahl an verschiedenen Pizzasorten mit den frischesten Zutaten. 

Oder genießt ein Stück Pizza beim Forno da Milvio im Stadtviertel Monti und setzt euch damit an den Brunnen auf der Piazza della Madonna, wo ihr dem bunten Treiben der Römer beiwohnen könnt.

Pizza al taglio bei Casa Manco

Maritozzo – süßer Snack mit Herz

Zwischen all dem Herzhaften darf etwas Süßes nicht fehlen: das Maritozzo. Ein weiches, leicht süßes Brötchen, großzügig gefüllt mit gesüßter Schlagsahne. Früher ein Frühstück, heute ganztägig beliebt – oft modern interpretiert mit Pistaziencreme, Zitrone oder Schokolade. Süß, üppig und ein bisschen dekadent.

Der Name leitet sich vom italienischen Wort für Ehemann ab: Marito. Eine verbreitete Anekdote besagt, dass man das süße Sahnegebäck früher den jungen Damen schenkte, um ihr Herz zu erobern. Verbreitet ist auch die Geschichte, dass man Ringe für den Verlobungsantrag in der Sahne platzierte - also Obacht beim Reinbeißen, wenn ihr gerade frisch verliebt seid.

Unser Tipp: Die Casa Manfredi nahe dem Circo Massimo.

 

Baccalà fritto – salzig und sündhaft gut

Frittierter Stockfisch ist ein weiterer Klassiker, besonders in der Nähe des ehemaligen jüdischen Ghettos. Der Baccalà wird in Teig gehüllt und frittiert, bis er außen knusprig und innen saftig ist. Salzig, heiß, perfekt zu einem Glas Weißwein – ein Snack, der zeigt, wie sehr Rom Fisch liebt, auch fernab vom Meer.

Der Kabeljau - Stockfisch kommt natürlich ursprünglich nicht aus Italien, sondern aus Nordeuropa und wurde von italienischen Händlern im 16. Jh. nach Rom gebracht. Er eignete sich perfekt, denn er ist günstig, lange haltbar und eine super Alternative zum Fleisch in der Fastenzeit.

Unser Tipp: Dar Filettaro a Santa Barbara ganz in der Nähe vom Campo de Fiori

Der perfekte Baccalà fritto wird nur mit Zitrone betröpfeltt

Weitere römische Snack-Favoriten

  • Trapizzino: eine moderne Erfindung – Pizza-Tasche gefüllt mit klassischen römischen Schmorgerichten
  • Fiori di zucca: einfache, dünne Kürbisblüten, knusprig frittiert - oft mit einer Sardelle versehen.
  • Olive all’ascolana (römische Variante): gefüllte, panierte Oliven als Bar-Snack
  • Porchetta im Panino: zwar eher Lazio als Rom, aber überall präsent und immer willkommen

 

Fazit

Roms Snacks sind ehrlich, geschichtsträchtig und unglaublich vielfältig. Sie zeigen, dass große Küche nicht kompliziert sein muss – manchmal reicht ein Stück Pizza auf der Hand oder ein heißer Supplì, um sich in diese Stadt zu verlieben. Und das Beste: In Rom ist Snacken kein Kompromiss, sondern eine Lebenseinstellung.

Wenn ihr weiteres römisches Streetfood kennenlernen wollt, schaut doch mal hier rein.

 

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